Mengener Plätzler

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Da der Ditzelede eine Einzelfigur war, kam Ende der 1950iger Jahre der Wunsch auf eine neue Fasnetsfigur zu schaffen, die nicht nur als Einzelfigur an der Fasnet vertreten war. Schon in den 1960iger Jahren gab es von den Plätzlern eine größere Gruppe, die allerdings bereits Ende der 1970iger Jahre wieder komplett aus der Mengener Fasnet verschwand. Der Grund hierfür war wohl, dass sich der Ditzelede langsam zur Gruppenfigur entwickelte und nicht mehr als Einzelfigur auftauchte. Man wollte keine Konkurrenz zu der Ditzeledegruppe.

Dies ist aber nach heutiger Sicht nicht verständlich, da sich der Plätzler grundlegend vom Ditzelede unterscheidet. Schon die Stoffarten unterscheiden die zwei „Häser“. Der Ditzelede trägt edlen Samt, und die Plätzlerhäser waren aus Filz. Aus welchem Hintergrund der Mengener Plätzler enstanden ist, ist nicht bekannt. Wie auch schon Werner Mezger in seinem Buch „Das grosse Buch der Schwäbisch – Alemannischen Fasnet“ vermutet, war es ein „Häs“ der armen Leute, da es am billigsten herzustellen war, weil einfach Stoffreste zusammengeflickt wurden.

Doch schon damals waren die „Häser“ kleine textile Kunstwerke. Die bunten Stofftplätzle sind auf einen Anzug aufgenäht und mit einzelnen Schellen versehen. Beim Mengener Plätzler sind sie zungenartig geschnitten und geschuppt übereinander angeordnet. Schon auf den verschieden „Häsern“, die noch aus den 1960iger Jahren vorhanden sind, sind unterschiedliche Farbtöne und Anordnungen der „Plätzle“ zu erkennen. Eine weitere Besonderheit dieser Figur ist, dass der Plätzler keine Holzlarve trägt, sondern sich mit einer Stoffmaske vermummt. Auch diese besteht aus verschiedenfarbigen Stoffplätzle. Der Plätzler führt wahlweise eine Rätsche oder eine Saubloter mit sich.

 

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